KINOBLOG

Film und dieses & jenes, von Tobias Kessler

Kategorie: Hinter den Kulissen

Die Doku „Dark Glamour“ über die Geschichte von Hammer Films. Sonntag bei Arte.

Hammer Films Dark Glamour Christopher Lee Peter Cushing

Christopher Lee 1957 in „Frankensteins Fluch“. Foto: Hammer Films

 

 

Vampirzähne in Nahaufnahme, wogende Busen in engen Korsetten – und Blut, das so rot leuchtet wie frisch gekochte Erdbeermarmelade. Das waren die Insignien der britischen Produktionsfirma Hammer, die vor allem in den 1950ern und -60ern eine Marke für sich waren: Mit ihren Schauermärchen, so liebevoll ausgestattet wie mit drastischen Effekten garniert, waren sie eine Zeitlang ein großer Fisch im filmischen Karpfenteich, amerikanische Verleihe nahmen die Hammer-Filme nur zu gern in ihr Programm.

Die schön betitelte Dokumentation „Dark Glamour“ von Jerome Korkikian zeichnet die Geschichte der Firma nun nach: flott montiert, bunt mit Filmausschnitten illustriert und mit interessanten Gesprächspartnern (wenn auch mit meist sehr kurzen Statements).  Mit der Krönung von Elisabeth II. 1953 beginnt es, die britische Nation sitzt kollektiv vor dem Fernseher, der sich als neues Massenmedium durchzusetzen beginnt. Die Kinos, Studios und Produktionsfirmen schauen in die Röhre. Unter ihnen eine kleine Firma namens Hammer, die sich seit den 30er Jahren auf dem Markt behauptet. Doch die Geschäfte laufen immer schlechter, und so setzt die Firma ihre letzte Hoffnung 1955 auf einen kleinen Gruselfilm in Schwarzweiß: „Schock“ („The Quatermass Experiment“), der von einem Astronauten erzählt, der aus dem All zurückkehrt und sich zu etwas verwandelt, das man durchaus als „shocking“ bezeichnen kann.

Cushing und Lee bringen Klasse und Würde

Der Film füllt mehr oder weniger überraschend die Kinos, Hammer gibt sich ganz dem Grusel hin und holt klassische Figuren des „Gothic Horror“ aus der Gruft:  Dracula und seinen Gegenspieler Van Helsing, außerdem den chirurgisch hochbegabten, wenn auch ethisch unterentwickelten Baron Frankenstein und die Kreatur, die er aus Leichenteilen zusammenschraubt und -näht. Diese Paare werden gespielt von Peter Cushing und Christopher Lee, den prägenden Darstellern Hammers. Sie geben den Filmen viel Würde und Klasse, die ansonsten wenig zimperlich sind in Sachen Blut  und Erotik. „Das Studio ignorierte den guten Geschmack“, heißt es in der Doku. Filmhistoriker und Hammer-Kenner Marcus Hearn fasst den Aufschwung der Firma so zusammen: Mit „Schock“ kam der Horror, mit „Frankenstein“ die Farbe, mit „Dracula“ die schwüle Erotik. Für Regisseur John Carpenter, der die Hammer-Filme liebt und „Die Mumie“ als ihren optisch schönsten schätzt,  kam als Amerikaner noch eine britische Komponente hinzu: „Mit englischem Akzent klang das Ganze viel seriöser und ernster.“

 

Hammer Films Dark Glamour Christopher Lee Peter Cushing

Christopher Lee 1958 im Meisterstück „Dracula“. Foto: Hammer Films

 

Eine Zeitlang geht alles gut: Die Firma arbeitet in den familiären Bray-Studios vor sich hin, in liebevollen, auf alt getrimmten Bauten, bis ausgerechnet ein Engländer in Amerika den Horrorfilm revolutioniert: Alfred Hitchcock mit „Psycho“. Die Angst lauert jetzt in der Gegenwart (und in der Dusche). Hammers Schauermärchen wirken auf einmal etwas altmodisch – die Firma steuert mit ein paar in der Gegenwart spielenden Psychothrillern gegen, aber das ist nicht ganz ihr Terrain. Auch mit der Steinzeit versuchen sie es. „Eine Million Jahre vor unserer Zeit“ konfrontiert knapp bekleidete Urzeitmenschen mit Stop-Motion-Riesenechsen. Carpenter ist heute noch begeistert: „Raquel Welch im Bikini und dazu Plastikdinosaurier – was wollen Sie denn sonst noch?“

 

Hammer Films Dark Glamour Christopher Lee Peter Cushing

Raquel Welch 1966 in „Eine Million Jahre vor unserer Zeit“. Foto: Hammer Films

Von der Produktion „Captain Kronos – Vampirjäger“ erhofft man sich den Auftakt einer ganzen Reihe, wie Hauptdarsteller Horst Janson („Der Bastian“) erzählt, aber dazu kommt es nicht, der Film kommt zu schlecht an. Auch die Kreuzung von Blutsaugerei und dem gerade erfolgreichen Karate-Kino in „Die sieben goldenen Vampire“ bleibt ohne Nachhall. Der größte Nagel aber wird 1973 in Hammers Sarg geklopft: „Der Exorzist“ schockiert mit Tabubrüchen, wird ein enormer Hit – und ist eine Produktion des US-Studios Warner Brothers, das bisher die Hammer-Filme mitfinanzierte. Jetzt weiß Warner selbst, wie es geht und dreht den in Richtung Britannien führenden Geldhahn ab. Oder wie Carpenter es sagt: „Hammer waren bei vielem die Ersten. Und dann hörten sie irgendwann auf, die Ersten zu sein.“ Das Studio müht sich noch ein paar Jahre ab, 1979 entsteht der letzte Film. 2007 aber exhumieren neue Investoren die Idee, kaufen die Marke (und das lukrative Filmarchiv); auch einige Filme wie „The Woman in Black“ entstehen, die weniger auf Schocks setzen denn auf guten alten Schauer.

Der Doku „Dark Glamour“, so vergnüglich sie auch ist,  hätte man gerne mehr Laufzeit gewünscht als seine schnell vergänglichen 55 Minuten. Wenn schon Regisseure wie Dario Argento, Darstellerin Caroline Munro und der stets trockenhumorig unterhaltsame John Carpenter dabei sind, will man etwas mehr von ihnen hören; auch von Horst Janson hätte man gerne mehr erfahren – nicht zuletzt, wie er als deutscher Darsteller überhaupt zum Star einer Hammer-Produktion wurde. Immerhin: Man wird Zeuge, wie gut Christopher Lee in einer gallischen TV-Sendung Französisch spricht.

Der Neuanfang der Marke Hammer wird am Ende zwar erwähnt und mit ein paar Filmausschnitten bebildert, aber da hätte man gerne mehr erfahren. Eine Fortsetzung des Themas oder auch eine 90-Minuten-Fassung auf DVD wäre sehr willkommen.

Sonntag, 6.8., 21.55 Uhr, Arte. Danach auch in der Mediathek.

http://www.hammerfilms.com/

http://www.arte.tv/de/videos/073074-000-A/dark-glamour

James-Bond-Drehort: das „College of Arms“ aus OHMSS

Eine Stadt nach Kino-Drehorten abzuklappern, drängt sich nicht jedem Touristen als wirklich sinnvolle Idee auf. Aber in diesem Falle musste es sein – denn es geht um den vielleicht schönsten aller James-Bond-Filme: „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ aus dem Jahr 1969. Lange Zeit galt der Film von Peter Hunt (Cutter der ersten Bond-Filme und hier Regie-Debütant) als hässliches Entlein der ganzen Reihe – doch kaum ein anderer 007-Film hat so viel Gefühl (im Rahmen eines Bond-Films), so gute Ski-Jagden, einen so guten Bösewicht Blofeld (Telly Savalas), eine so luftige Schurkenfestung und eine so gute 007-Partnerin, für die sich der Begriff „Bond-Girl“ verbietet: Diana Rigg.

Lange Vorrede: Das Gebäude ist das „College of Arms“ in London, das im Film auch genau das darstellt- das Institut für Wappenkunde, in dem Bond Informationen einholt, damit er sich später als Experte ausgeben kann, der unter falscher Identität Blofeld in seiner Alpenfestung besucht  (die Tarnung fliegt allerdings umgehend auf). Das Gebäude liegt ein paar Schritte hinter der St. Paul’s Cathedral, deren Spitze man auf dem ersten Foto sieht. Und, zugegeben, im Film ist das Gebäude grob geschätzt viereinhalb Sekunden zu sehen.

 

James Bond College of Arms OHMSS George Lazenby On her majesty's secret service

James Bond College of Arms OHMSS George Lazenby On her majesty's secret service

James Bond College of Arms OHMSS George Lazenby On her majesty's secret service

James Bond College of Arms OHMSS George Lazenby On her majesty's secret service

 

 

 

 

 

Bond 25 kommt 2019 – noch kein Wort über Daniel Craig

Bond 25 kommt 2019

Nach Gerüchten, Spekulationen und allerlei Kaffeesatzlesen gibt es jetzt eine offizielle Mitteilung zum nächsten Bond: Die Nummer 25 erscheint 2019, Darsteller und Regisseur/in sind noch nicht spruchreif, und die Autoren bleiben die alten – nach dem Psychoschmonzes und dem mauen Finale von „Spectre“ kein Grund zum Jubeln. Was mit Daniel Craig wird, muss sich noch zeigen.

Hier die Pressemitteilung:

„James Bond will return to US cinemas on November 8, 2019 with a traditional earlier release in the UK and the rest of the world. Bond 25, the next adventure in the long-running action franchise, will be written by Neal Purvis and Robert Wade, long time collaborators and writers on previous Bond films including CASINO ROYALE, QUANTUM OF SOLACE, SKYFALL and SPECTRE. The film will be produced by Michael G. Wilson and Barbara Broccoli. Additional details regarding distribution, including international release dates, the film’s cast and director, will be announced at a later date.“

Jäger und Sammler in Sachen „Le Mans“

Auf der Spur von Steve McQueen und „Siggi“ Rauch: Der Saarbrücker Frank Wrobel sammelt alles, was mit dem Rennfahrer-Film „Le Mans “ zusammenhängt. Diese Leidenschaft führt ihn quer durch Europa und verlangt manchmal auch detektivischen Spürsinn. Ein Gespräch übers Sammeln und ein Blick auf seine „Le Mans“-Kostbarkeiten.

Le Mans

Frank Wrobel mit dem Helm und den Handschuhen, die bei den Dreharbeiten zu „Le Mans“ der Schweizer Schauspieler Fred Haltiner (als Johann Ritter) trug. Foto: Keßler

 

Nach drei Stunden zieht sich Frank Wrobel die weißen Handschuhe über. Das muss sein – denn seine Sammlerstücke werden immer kostbarer: Kuchenkrümel oder Fingerabdrücke auf über 40 Jahre alten, vielfach signierten Filmplakaten? Das muss nicht sein. Auch der Rennfahrerhelm, den Wrobel mit Fingerspitzengefühl auf dem Wohnzimmertisch platziert, ist ein veritables Stück Kinogeschichte: Er stammt aus dem Rennfahrer-Film „Le Mans“ (1970) mit Kinolegende Steve McQueen. Bei den Dreharbeiten vor 47 Jahren trug den Helm der Schweizer Fred Haltiner; er spielte den Fahrer Johann Ritter, einen Porsche-Teamkollegen des US-Fahrers Michael Delaney alias Steve McQueen. Der war Motor, Star und Produzent dieses Films mit einer legendär chaotischen Produktionsgeschichte: Egos schepperten mit mehr Rumms aufeinander als die Autos, Regisseur John Sturges floh mit Vollgas, und im Kino lief der Film dann stotternd wie ein Motor, dem das Benzin ausgeht. „Aber über die Jahre ist aus dem Flop ein Kultfilm geworden“, sagt Frank Wrobel, während er vorsichtig ein antikes Filmplakat entrollt. „Auch hochdekorierte Rennfahrer schauen ihn sich immer wieder an, nicht zuletzt wegen des Porsche 917 – das ist ein herrliches Auto.“

 

Le Mans

Das alte Presseheft des Films.

 

Le Mans

Die Laserdisc.

 

Le Mans

Das Vinyl-Album der Filmmusik, geschrieben und signiert (unter anderem) von Michel Legrand.

 

Wrobel (51), der aus Kaiserslautern kommt und seit 1995 in Saarbrücken lebt, ist diesem Rennfilm verfallen, er sammelt alles, was er in die Finger bekommen kann. Einen Bruchteil hat er an diesem Nachmittagsbesuch mitgebracht; sein Kofferraum ist gut gefüllt, mehrmals pendeln wir mit Kisten, Posterrollen und Bilderrahmen zwischen Auto und Wohnung hin und her. Wrobel packt aus, kramt, erklärt, erzählt. Da sind Pressehefte, Aushangfotos, ein altes Rennfahrer-Quartett mit McQueen, eine seltene Picture-Disc, eine 33 Jahre alte Videokassette, signiert von Rennfahrerlegende Hans Herrmann, der 14 Mal in Le Mans fuhr. Das Rennen gewann er 1970, just als die Filmemacher aus Hollywood die rasanten Rennszenen für ihren Film einfingen. Eine besondere Preziose ist, neben dem vielfach signierten Filmmusik-Album, das Original eines Filmvertrags, unterschrieben von Steve McQueen höchstselbst.
Die Liebe zu „Le Mans“ traf Wrobel über den kurvigen Umweg eines anderen McQueen-Films: „Bullitt“. Vor 30 Jahren sah er den Krimi mit der legendären Autojagd durch San Francisco zum ersten Mal. „Das war der Anfang allen Übels“, sagt er, der seit 17 Jahren passenderweise einen Ford Mustang 1966 besitzt und sich das Automotiv plus McQueen sogar auf den Arm tätowieren ließ.

 

Le Mans

Ein Filmvertrag mit zwei Unterschriften Steve McQueens – einmal als Star, einmal als Produzent.

Wirklich geschehen um ihn war es aber erst Jahre später, als er „Le Mans“ entdeckte. Wrobel begann zu sammeln und schaltete schnell einen Gang höher – warum nicht die Beteiligten von damals treffen und befragen? McQueen starb schon 1980, und so war als Erster Co-Star Siegfried Rauch an der Reihe, der im Film den Konkurrenten mit dem teutonischen Namen Erich Stahler spielt. Rauch, zuletzt „Traumschiff“-Kapitän, war schnell gefunden. Aber der erste Anruf war erfolglos: „Ich muss gerade weg mit dem ‚Traumschiff’“, beschied Rauch. Wrobel blieb dran, „ich habe ihn drei oder vier Mal genervt“, dann wurde ein Termin vereinbart. „Mit Sack und Pack“, den Preziosen seiner Sammlung, reiste Wrobel nach Oberbayern, wo ihn Rauch auf seinem Hof empfing, dort „kistenweise Material“ und Anekdoten hervorkramte: etwa zur Freundschaft zwischen Rauch und McQueen, der der Pate von Rauchs Sohn wurde. Auch von den legendenumrankten Ego-Kollisionen am Set hatte Rauch einiges zu erzählen. Regisseur Sturges („Die glorreichen Sieben“) verabschiedete sich von dem einmischungsfreudigen McQueen mit dem schönen Satz „Ich bin zu alt und zu reich für diese Scheiße“ auf Nimmerwiedersehen. Zum Abschied von Wrobel schenkte Rauch ihm eines seiner selbstgemalten Bilder: „Gefällt’s Dir? Dann kannst Du’s haben“. So einfach geht es manchmal.

 

Le Mans

Das Ehepaar Rauch und Frank Wrobel. Foto: Wrobel

Schwieriger war da die Suche nach Darstellern, deren Karrieren irgendwann versandeten: nach dem Franzosen Luc Merenda etwa, der McQueens Konkurrenten im Ferrari 512 spielte. Merenda handelt heute in Paris mit japanischer Kunst und hatte erstmal keinerlei Lust, über alte Zeiten zu palavern – oder wie Wrobel es ausdrückt, „er war positiv schroff“. Doch er ließ sich erweichen und parlierte schließlich in den Pariser Tuilerien über den Film und über „Siggi“ Rauch, der ihn am meisten beeindruckt hatte: „The guy with his steel blue eyes and the big balls“ – familiengerecht übersetzt als „der Typ mit den blauen Augen und ordentlich Mumm in den Knochen“.

 

Le Mans

Wrobel und Luc Merenda, Schauspieler und heute Kunsthändler in Paris.

 

Die härteste Nuss war Richard Rüdiger, der McQueens zweiten Fahrer im Porsche 917 spielte. Rüdiger hat sich in den 70er Jahren aus dem Geschäft komplett zurückgezogen; zwei Jahre suchte Wrobel, kam ihm auf die Spur und bettelte über drei Ecken erstmal vergeblich um einen Termin – bis Rüdiger ihn schließlich anrief: „Sind Sie der, der nicht lockerlassen kann? Damit Sie endlich Ruhe geben, machen wir einen Treffpunkt aus.“ Man traf sich in München und plauderte dann doch drei Stunden lang. Hat Wrobel einmal eine Spur aufgenommen, gibt er Gas bis zur Ziellinie.

Sogar den einstigen Koch der „Le Mans“-Produktion spürte er auf: Fredy Zurbrügg war bei den Dreharbeiten noch keine 20 und begeisterte McQueen mit einer Kreation namens „Steve Steak“ – mariniert in Honigsoße, veredelt mit Ananasstücken. Derart angetan war McQueen, dass sich der Koch aus dem edlem Fuhrpark des Stars einen Wagen aussuchen durfte – Zurbrügg wählte stilsicher einen Jaguar E, den er heute noch besitzt. Als Wrobel Zurbrügg in der Schweiz zum ersten Mal besuchte, schenkte der ihm eine Kiste alter Foto-Abzüge vom Dreh – höchstes Sammlerglück.
Was die guten Stücke, die Wrobel aus Sicherheitsgründen nicht zuhause lagert, in schnödem Geld wert sind, kann er nicht genau sagen. „Einen fünfstelligen Betrag habe ich sicher ausgegeben.“ Einen norwegischen Verkäufer entlohnte er gar mit einem großen Paket deutscher Brezel. Dass jeder Cent (und Brezel) es wert war, versteht sich von selbst. Ihm geht es neben den Stücken auch um die Begegnungen, aus denen sich manche Freundschaften entwickelt haben: Zu Wrobels 50. Geburtstag im letzten Jahr hat ihn Zurbrügg gar in sein Restaurant in der Schweiz eingeladen und bekocht – mit, man ahnt es, einem „Steve Steak“.

Le Mans

Eine seltene Picture-Disc.

Würde Wrobel, der sein Geld in der Werbung verdient, die Kostbarkeiten irgendwann verkaufen? „Niemals – aber man weiß ja nie, was passiert.“ Dass ihm ein anderer Sammler für seinen Helm das Mehrfache dessen bietet, was Wrobel selbst für ihn bezahlt hat („und das war nicht wenig“) ist jedenfalls keinerlei Versuchung.
Fehlt ihm noch eine Perle in der „Le Mans“-Krone? Bei der Frage wird ihm das Sammler-Herz schwer: Zum Filmstart damals verloste die „Bravo“ drei Rennanzüge, die McQueen bei den Dreharbeiten getragen hat. Zwei von ihnen wurden 2008 und 2015 in New York versteigert, für 425000 Dollar und für eine Million. Aber Rennanzug Nummer drei? Den spürte Wrobel detektivisch in Baden-Württemberg auf, bei der Familie des damaligen Gewinners. Wrobel konnte sein Glück nicht fassen und machte ein gutes Angebot; doch erst dadurch wurde der Familie klar, was sie da im Schrank hängen hat. Diesen Schatz will sie nun international verkaufen. Da kann Wrobel nicht mitbieten, sagt er. „So nah und doch so fern“ – Sammlertragik.

Kontakt zu Frank Wrobel: per facebook und unter V8PromotionFW@web.de

 

Le Mans

Das amerikanische Presseheft zum Film.

Le Mans

Siegfried Rauch spielte Steve McQueens Konkurrenten mit dem teutonischen Namen Erich Stahler.

 

Le Mans

Ein altes Quartett, in dem McQueen als Rennfahrer auftaucht.

 

 

Le Mans

Das Titelblatt einer Zeitung mit dem schönen Namen „Vollgas Revue“.

 

Le Mans

Wrobel mit Michel Legrand, dem Komponisten der Filmmusik von „Le Mans“.

 

Le Mans

Kurios: Die Ankündigung des Films, als er noch anders hieß und auf dem Nürburgring gedreht werden sollte.

Im Vorführraum des Kino Achteinhalb.

Wer immer schon mal wissen wollte, wie es im Vorführraum des Kino Achteinhalb in Saarbrücken ausschaut.

(Danke an die Achteinhalber für die Gelegenheit!).

http://www.kinoachteinhalb.de

 

http://www.kinoachteinhalb.de

 

Kino Achteinhalb

 

Kino Achteinhalb

 

Kino Achteinhalb

 

Kino Achteinhalb

 

Kino Achteinhalb

 

Kino Achteinhalb

 

 

„Was heißt hier Ende“ – Dominik Grafs Porträt von Michael Althen

Michael Althen Dominik Graf

Der Filmkritiker Michael Althen in Venedig. Foto: WDR/rbb/Beatrix Schnippenkoetter

„Was heißt hier Ende?“ – Dominik Grafs Porträt des Filmkritikers Michael Althen

(Dienstag, 31. Januar, 0 Uhr, WDR).

Seine Texte seien ja schön gewesen, sagt Michael Althens Vater im Film, „aber die Nachrufe, die waren wunderschön“. Diesen filmischen Nachruf nun auf Althen selbst könnte man auch so nennen. Dominik Graf hat ihn gedreht, der neben seinen Spielfilmen („Die Katze“, „Geliebte Schwestern“) und TV-Arbeiten („Zielfahnder“) immer wieder auch Filmessays dreht – einige auch zusammen mit dem Filmkritiker Michael Althen, der ihm ein Freund wurde und 2011 starb, im Alter von 48 Jahren. Grafs Film ist ein mosaikartiges Porträt, gefühlvoll, aber nicht sentimental – um einen Kino-Liebenden geht es, dessen Bild Graf aus vielen Teilen zusammensetzt: Da sind Ausschnitte aus Althens eigenen Filmen, vor allem über den Maler Nicolas de Staël, der ihn faszinierte; Texte Althens übers Kino, die Graf wundervoll raunend liest; da sind die Kinder, die Witwe, die Freunde und Kollegen, die Anekdoten erzählen – Kritiker wie Andreas Kilb, Tobias Kniebe, Harald Pauli, Regisseure wie Christian Petzold und Caroline Link.

Von dem Nachtschwärmer Althen hören wir da, der erst schrieb, wenn alle um ihn herum ins Bett gegangen waren; der kaum etwas mehr fürchtete, als dass Regisseur Michelangelo Antonioni stirbt, wenn Althen in Urlaub ist und deshalb keinen Nachruf schreiben kann. Er schrieb ihn dann nach jahrelangem Zögern vorab, „für die Schublade“ sozusagen – einen Tag später starb Antonioni. Und Althen gab sich eine gewisse Mitschuld, erzählt seine Frau und lächelt.

Natürlich erzählen die Freunde vor allem Nettes über Althen, auch wenn die Kollegin Doris Kuhn dessen manchmal etwas gefühlsbeladenen und bedeutsamen Stil sanft veräppelt, wenn Althen etwa von den „Pfützen der Erinnerung“ spricht. Dabei schlägt der Film einen thematisch noch weiteren Bogen – ist die Filmkritik langweilig geworden? Hat sie nur noch Service-Charakter? Wie kann man sich Begeisterung fürs Kino erhalten, wenn man sich 30 Jahr lang berufsmäßig Filme anschaut und alles, wie Andreas Kilb es beschreibt, „schon 20 Mal gesehen hat – und davon 18 Mal besser“? Auch darum geht es in Grafs Film, der über sein Sujet hinausweist, über ihm kreist und immer wieder zurück kommt.

D 2015, 122 Min., Regie und Buch: Dominik Graf; mit Wim Wenders, Moritz von Uslar, Anke Sterneborg, Romuald Karmakar, Tom Tykwer, Peter Körte.

Fotos zu „Blade Runner 2049“

„Blade Runner 2049“ startet am 5. Oktober, der Trailer ist jetzt veröffentlicht, ebenso einige Entwürfe, Szenen- und Set-Fotos – unter anderem mit Produzent Ridley Scott und Regisseur Denis Villeneuve.
In der Fortführung von Ridley Scotts SF-Film Noir „Blade Runner“ von 1982 spielt Ryan Gosling den Polizisten K, Harrison Ford spielt wieder den Ex-Replikantenjäger Dick Deckard.

Alle Bildrechte: Sony Pictures

 

Blade Runner 2049 Photos

Blade Runner 2049 Photos

Blade Runner 2049 Photos

Blade Runner 2049 Photos

Blade Runner 2049 Photos Ryan Gosling

Blade Runner 2049 Photos Harrison Ford

Blade Runner 2049 Photos Ryan Gosling

Blade Runner 2049 Photos

Blade Runner 2049 Photos Dennis Villeneuve

 

Blade Runner 2049 Photos

 

Blade Runner 2049 Photos

 

Blade Runner 2049 Photos

 

Blade Runner 2049 Photos

 

 

 

Schöner Schund (wenn auch nicht immer): Die Geschichte der legendären „Cannon“-Filmschmiede

Cannon Films

Berüchtigt war sie für schnell heruntergekurbelte, aber profitable Schundfilme: In den 80ern erlebte die Filmschmiede Cannon ihre große Zeit. Eine Doku erzählt nun ihre Geschichte.  

In den 80er Jahren kam kein Bahnhofskino, keine Videothek an Cannon vorbei. Die US-Filmschmiede warf überwiegend Billigfilme auf den Markt, in denen etwa Charles Bronson, sein Gnadenbrot kauend, zur Waffe griff („Ein Mann sieht Rot“, Teile II bis IV). Chuck Norris ballerte sich in „Missing in Action“ (I bis III) durch Vietnam; Dolph Lundgren hüpfte in Unterhose durch „Masters of the Universe“. Trash war das, knallbunter Filmschrott, der heute noch seine nostalgischen Fans hat.

Cannon Films Jean-Claude Van Damme

Cannon ist mittlerweile Geschichte – und die erzählt nun eine flotte Dokumentation namens „Electric Boogaloo“. Mit vielen Filmausschnitten und knapp 80 (!) Interviewpartnern zeichnet Autor/Regisseur Mark Hartley die Historie nach: In den 70ern feiern die beiden israelischen Filmproduzenten Menachem Golan und Yoram Globus ihren bisher größten Erfolg: die „Eis am Stiel“-Reihe über die Nöte und Freuden der Pubertät. Die beiden Cousins beschließen, ihr Glück in Hollywood zu machen, kaufen eine siechende US-Filmfirma namens Cannon und krempeln sie um. Das Konzept: bezahlbare Filme mit Action und/oder nackter Haut, in denen es ordentlich rumst, mit Altstars wie Bronson oder gut gebauten, mimisch eher zurückhaltenden Action-Athleten (Norris, Van Damme, Michael Dudikoff). Bei der Finanzierung bauen Golan/Globus auf „pre-sales“ – Vorverkäufe: Mit nichts als einem knalligen Titel, einem Filmplakat und einem Star im Gepäck reisen sie zu Festivals wie Cannes, finden Geldgeber und drehen erst dann den Film. Ein paar Jahre geht das gut, aber die Firma wächst zu schnell, das Duo übernimmt sich, kauft in England eine Kinokette und ködert anspruchsvolle Regisseure wie John Cassavates, Franco Zeffirelli und Jean-Luc Godard; dies zum Teil tatsächlich aus Liebe zum Film (Golan ist ein großer Kinofan, auch wenn man das seinem Oeuvre selten anmerkt), zum Teil, um den katastrophalen Ruf der Firma zu verbessern. Nach einigen Flops implodiert Cannon 1989.

Cannon Films Sylvester Stallone

Der Film erzählt davon enorm anekdotenprall, auch wenn Globus und Golan (der 2014 starb) nur in Archivaufnahmen zu sehen sind. Sie haben, als sie von den Plänen zur Doku erfuhren, lieber gleich ihre eigene gedreht, „The Go-Go Boys“, die bei uns noch nicht erschienen ist. „Electric Boogaloo“ führt zurück in die Ära unverhohlen reaktionärer Kracher wie „Delta Force“, barbusiger Schmonzetten wie „Mata Hari“ und sichtlich billiger Indiana-Jones-Abklatsche wie „Quatermain“. Das ist wohlig nostalgisch, manchmal gar surreal (in einem „Herkules“-Film landet ein Bär per Kinnhaken im All), aber stellenweise zu hektisch. Der Film lässt Interviewpartner wie Richard Chamberlain. Franco Nero, Bo Derek, Elliot Gould oder Dolph Lundgren nur einen kurzen Satz sagen, um sofort den nächsten sprechen zu lassen. Da rattern die Zitate manchmal so unbarmherzig wie ein Maschinengewehr in einem Chuck-Norris-Film. Etwas Muße hätte nicht geschadet.

Auf DVD erschienen bei Ascot Elite.
Fotos: Ascot Elite.

„Rogue One“ – Fotos hinter den Kulissen

Einige Fotos von den Dreharbeiten zu „Rogue One“ – vielleicht hält das ein oder andere Foto einen Spoiler bereit.

Die Bildrechte liegen bei Lucasfilm/Disney.

 

Rogue One: A Star Wars Story..Ben Mendelsohn (Director Krennic) Behind the Scenes on set during production. ..Ph: Footage Frame..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: John Wilson/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Director Gareth Edwards on set with actors Diego Luna (Cassian Andor) and Felicity Jones (Jyn Erso)...Ph: Jonathan Olley..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Alan Tudyk on set with his character, K-2SO..Ph: Jonathan Olley..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..L to R: Felicity Jones (Jyn Erso), Director Gareth Edwards and Diego Luna (Cassian Andor) Behind the Scenes on set during production. ..Ph: Jonathan Olley..© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: Jonathan Olley/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: Jonathan Olley/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: Jonathan Olley/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: Jonathan Olley/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Pao BTS image..Ph: Jonathan Olley/Lucasfilm..©2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Rogue One: A Star Wars Story..Director Gareth Edwards Behind the Scenes on set during production. ..Ph: Footage Frame.© 2016 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

 

 

 

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